Palast, Tempel und Hassprediger

Für heute habe ich eine Tour mit dem Großen Palast und Tempeln wie Wat Pho und Wat Arun gebucht. Und da wir dazu viel gelaufen sind auch wieder viele Eindrücke drumherum gesammelt.

Wir besuchen den Großen Palast und die darum herum liegenden Anlagen, die allesamt sehr beeindruckend sind. Sogar ein Modell von Angor Wat ist hier zu sehen. Wir sind eine angenehme Gruppengröße und haben einen netten Guide der informativ erzählt, und auch gut auf Fragen eingeht.

Als nächstes gehen wir zum Reclining Buddha. Dort befindet sich auch das Massage Museum, zu dem sehr viele Statuen im Außenbereich gehören, die Elemente der Thai-Massage darstellen. Unser Guide erzählt uns hier auch etwas zur Entstehungsgeschichte dieser Massage. Zum Glück befindet sich bei der Anlage auch direkt eine Erste Hilfe Station 😊

An einer Stelle stehen Tafeln, die uns informieren, warum man sich Buddha nicht tätowieren lassen sollte. Und das „Warum“ überrascht mich ein wenig, weil ich bisher davon ausgegangen war, dass der Buddhismus nicht so toxische Elemente wie das Christentum oder der Islam enthält, die uns sagen, wie unrein wir sind. Wie eklig unsere Körper sind. Wie fehlerhaft wir sind, wenn wir ganz normalen Trieben wie der Sexualität nachgehen. Daß wir nicht liebenswert sind.

Quelle: https://urpbehavioralhealth.com/conditions-treated/trauma-treatment/religious-trauma/

Und damit haben wir jetzt die perfekte Überleitung zu dem Straßenprediger, dem ich über den Weg laufe, als ich am Ende des Tages zurück zum Hotel unterwegs bin. In dem Moment, als er mich sieht, beginnt er nahtlos vom Untergang der Zivilisation durch den Transgenderismus zu faseln, vom Ende der gottgegeben Zusammenkunft von Mann und Frau, und dass es nur zwei Geschlechter gäbe, irgendwas mit Dämonen und so, das ganze Programm. Diese Religion der Liebe, die so sehr Hass verbreiten will, dass dieser Typ dafür extra von wer weiß wo nach Bangkok kommt, um dort mit Megafon sein Gift in die Welt zu spritzen.


Ich bleibe stehen und zücke mein Handy und nehme ein paar Sekunden auf, mit einem aufgesetzten Grinsen als würd mir der Scheiß nichts ausmachen. Sein Gehilfe, der das Plakat hält und Flyer an Passanten verteilt, wirkt wenigstens so, als wär ihm das im Ansatz peinlich.


Das einzig Lustige daran ist: ich habe anhand von Standbildern mir später die URL von dem Banner aufgerufen. Die Seite führt wider Erwarten jedoch nicht zu einer christlichen Seite, die einen konvertieren will oder so. Nein. Sie führt auf einen Webshop, der einem religiöse Banner, Sticker und Pins verkaufen will. Wie fucking christlich…

🤮

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